Daniel staunend begegnen

Termine





04. März 2017:
Predigt in der Adventgemeinde Gifhorn-Käsdorf

25. März 2017:
Predigt in der Adventgemeinde Celle.

Carld Friedrich von Weizsäcker

Prof. Dr. Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker
Prof. Dr. Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker, 1983. (Quelle: Wikipedia)

 

 

 

Kaum eine Geistesgröße war für meine intellektuelle Entwicklung so maßgebend gewesen wie Carl Friedrich von Weizsäcker. Schon mein Vater hat diesen Denker sehr geschätzt und mir mehrere Bücher von ihm geschenkt.

 

Einen ersten Kontakt gab es im Herbst des Jahres 1976, als ich Herrn von Weizsäcker einen kleinen, erst philosophischen Versuch (als mehr kann es nicht gelten) zusandte und ihn um eine Stellungnahme bat. Daraufhin hat mir Herrn von Weizsäcker eine ausführlichen Brief geschrieben, der mich zutiefst berührt hat.

 

Ich begann dann schon ab Mitte der siebziger Jahre parallel zu meinem Geologiestudium intensiv philosophische Literatur zu lesen, u. a. das Buch „Die Tragweite der Wissenschaften“ von Carl Friedrich von Weizsäcker. Diese Lektüre wurde mir zum entscheidenden Wendepunkt, denn auf S. 136 heißt es:

 

„Ich habe versucht, wie ein Jude alter Zeiten und wie ein platonischer Philosoph zu sprechen; bald werde ich wie ein Ultra-Naturwissenschaftler sprechen. Und sonderbar genug, ich brauche in allen drei Fällen nur sehr wenig zu behaupten, was ich nicht wirklich glaube.“

 

Diese Initialzündung, wenn ich es so nennen darf, eröffnete mir die Perspektive, das Grundproblem von Glaube und Wissenschaft, von Glauben und Denken in einem einheitlichen Ganzen aufzuwältigen. Bis heute habe ich daran festgehalten.

 

Den nächsten Kontakt zu Herrn von Weizsäcker gab es dann im Zuge der Veröffentlichung eines Leserbriefes in der Wissenschaftszeitschrift „Spektrum der Wissenschaft“ im September 1987 zu einem reichlich verunglückten Galilei-Artikel. Auf diesen Leserbrief hin schrieb mir Prof. Dr. Luck aus Marburg einen Brief mit interessanten Hintergrundinformationen. Sowohl meinen Leserbrief als auch die Korrespondenz von Herrn Prof. Luck habe ich dann Herrn von Weizsäcker geschickt, der mir darauf erneut sehr ausführlich antwortete. Die dortige Bemerkung, dass ich „das Umfeld Galileis besser kenne“ als er, war wohl der erste entscheidende Anstoß zu meiner zweiten Promotion.

 

Später, Im Jahr 1989, habe ich Herrn von Weizsäcker mit seiner Zustimmung den zweiteiligen Aufsatz „Von Alfred Wegeners Verschiebungstheorie zur Theorie der Plattentektonik. Die Struktur einer wissenschaftlichen Revolution in den Geowissenschaften“ widmen dürfen, wofür sich der Freiherr dann bei mir mit einem Brief bedankte.

 

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass mein erster Doktorvater, Prof. Dr. Herbert Flathe, der auch hier gewürdigt wird, bei Herrn von Weizsäcker in Göttingen studiert hatte. Von Herrn Flathe erhielt ich dann als Erbstück das Manuskript der damals in der Nachkriegszeit von Herrn von Weizsäcker gehaltenen Vorlesung „Vom begrifflichen Aufbau der theoretischen Physik“, das mir besonders wertvoll ist.

 

Hier noch einmal die Liste der abgelegten Korrespondenz: